Dichtheitsprüfung

DRUCKPRÜFUNG ZUR ÜBERPRÜFUNG DES KANALS AUF DICHTIGKEIT

Standard ist eine Dichtheitsprüfung von Leitungen und Schächten mit Luft. Optional kann aber auch eine partielle oder komplette Dichtheitsprüfung mit Wasser vorgenommen werden.

Warum müssen öffentliche und private Abwasserkanäle dicht sein?
Nach dem bundesweit geltenden Wasserhaushaltsgesetz (WHG) müssen alle öffentlichen und privaten Abwasserkanäle funktionssicher und dicht sein.
Durch alte und undichte Rohrverbindungen, Risse oder Wurzeleinwuchs kann sowohl Abwasser in das Grundwasser als auch Grundwasser in das Abwassernetz gelangen und das belastet die Kläranlagen.
Ein großes Schadenpotential bilden die privaten Grundstücksentwässerungsleitungen, da diese oft im „Do – it - yourself „ – Verfahren gebaut worden sind. Nach Expertenmeinung sind mind. 70 – 90 % dieser im Privatbesitz befindlichen Leitungen sanierungs- oder gar erneuerungsbedürftig.

Wer ist für die privaten Abwasserleitungen verantwortlich?

Die privaten Abwasserleitungen müssen gemäß § 61a LWG NRW geschlossen, dicht und, soweit erforderlich zum Reinigen eingerichtet sein.

Die Dichtheit der privaten Abwasserleitungen ist gemäß der örtlichen Satzungen vom Grundstückseigentümer nachzuweisen.

Der Grundstückseigentümer hat seine Kellerräume außerdem gegen Rückstau aus der öffentlichen Abwasseranlage zu sichern.

Dichtheitsprüfungen - Regelwerke und DIN - Normen -

Wie wird die Dichtheitsprüfung durchgeführt?

  1. Die privaten Grundleitungen werden zunächst von einer Revisionsöffnung im Haus oder von einem Revisionsschacht auf dem Grundstück aus gereinigt. Dazu eignet sich der Einsatz eines Spülfahrzeugs mit Hochdruckspüldüse.
  2. Das gesamte schmutzwasserführende Leitungsnetz wird mit einer Spezialkamera durchfahren, auf Schäden untersucht und dokumentiert. Erkennbare Schäden müssen dann saniert werden.
  3. Das gesamte private Kanalnetz wird einer Dichtheitsprüfung unterzogen.
  4. Abschließend werden die Ergebnisse ausgewertet und dokumentiert. Das Prüfprotokoll bzw. die Bescheinigung über die erfolgreiche Dichtheitsprüfung dient als Nachweis und muss dem Eigenbetrieb vorgelegt werden, wenn dieser es verlangt.

WER MACHT WAS?

Für die Umsetzung der Arbeiten sollte von den Grundstückseigentümern ein Sachverständiger hinzugezogen werden. Dieser organisiert die Reinigung und Kamerauntersuchung der privaten Leitungen, prüft und wertet die Ergebnisse der Befahrung aus, stellt die notwendigen Sanierungsarbeiten zusammen, überwacht die Durchführung der Sanierung und kontrolliert die abschließende Dichtheitsprüfung.

Für die Organisation und Durchführung der Gesamtmaßnahme ist ein möglichst genauer Plan über den Verlauf der privaten unterirdischen Abwasserleitungen sehr hilfreich und eine wichtige Arbeitsgrundlage.

Diese Unterlagen befinden sich oft bei den privaten Bauakten wie zum Beispiel der Baugenehmigung. Sollte dort nichts zu finden sein, so kann mit unserer Hilfe im Archiv des Bauamtes gesucht werden. Bleibt die Suche ohne Erfolg, muss auf der Grundlage der vor Ort festgestellten Leitungsführung das Kanalnetz aufgenommen und so genau wie möglich aufgezeichnet werden.

Alternativ ist der Einsatz spezieller Techniken zur Lokalisierung der Leitungsführung mittels Sender- und Empfängereinheiten möglich.

WAS KOSTET EINE DICHTHEITSPRÜFUNG?

Es können keine Pauschalpreise genannt werden. Die Kosten hängen von der Länge, dem Zustand und der Zugänglichkeit des zu untersuchenden privaten Kanalnetzes ab.

Die mittleren Kosten der TV-Inspektion mit vorhergehender Hochdruck- Reinigung der Abwasserleitungen liegen bei rund 300,- bis 500,- € pro Grundstück.

Sollte aufgrund der TV-Inspektion eine spezielle Dichtheitsprüfung erforderlich sein, bewegen sich die Kosten in Höhe von 150,- bis 300,- € je Grundstück und Prüfung.

Sollten Reparaturen notwendig sein, hängen die Kosten von Schadensart und -umfang ab. Neben dem aufwändigen Freilegen möglicher Schäden unter der Bodenplatte bzw. auch im Gartenbereich sind heute verschiedene Sanierungsmethoden auf dem Markt, die im Einzelfall kostengünstiger sein können und zudem erheblich schneller und ohne Aufbrüche durchgeführt werden.

Gegebenenfalls ist auch die Einbindung eines Sachverständigen sinnvoll, um so eine technisch einwandfreie wirtschaftlich vertretbare Lösung zu erreichen.

Deutliche Kostenreduzierungen sind zu erwarten, wenn sich mehrere Nachbarn zusammen tun und die erforderlichen Arbeiten gemeinsam durchführen lassen. Allein bei den An- und Abfahrkosten der unter- schiedlichen Dienstleister sind Einsparungen möglich.


Prüfen Sie auch, ob Ihre Gebäudeversicherung die Kosten für die Beseitigung von Schäden abdeckt.